Die Geschichte der Streuobstwiese - die Geschichte einer Familie

Das Areal ‚Zur alten Streuobstwiese‘ war nach dem Ende des zweiten Weltkrieges die Hofstelle der Familie Weidner. Der Familie wurde die Hofstelle im Rahmen der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone (1945-1946) übereignet. Ziel der Bodenreform war, mit diesen Neubauernstellen vor allem landlosen Bauern oder Pächtern und sog. Umsiedlern eine eigene wirtschaftliche Existenz zu ermöglichen und die Grundversorgung mit landwirtschaftlichen Produkten in den Nachkriegsjahren zu verbessern.

 

Die Familie musste durch die Ereignisse am Ende des Zweiten Weltkrieges aus ihrer Heimat in der Region Poznań fliehen. Auf die gemeinsame Flucht begaben sich 1945

·        Emma und Wilhelm Weidner

·        deren ältere Tochter Ella Gröger mit drei kleinen Kindern (geb. 1937, 1939 und 1941)

·        und die jüngere Tochter Irmgard Linke, eine 24 Jahre alte Kriegerwitwe

 

Der Mann von Ella kehrte aus dem Krieg körperlich unversehrt zurück, während der Mann Irmgards bei der Schlacht vor Leningrad gefallen war.

Die drei Generationen siedelten gemeinsam in Quermathen und errichteten auf der Hofstelle ein Doppelhaus in einfacher Barackenbauweise. Die östliche Hälfte für die Großeltern, die westliche Hälfte für die junge Familie Ellas. Dieses Doppelhaus stand westlich der noch vorhandenen Streuobstwiese, parallel zur Landstraße mit kleinen Rabattengärten vor dem Haus.

 

Irmgard heiratete 1953 Willi Gerlach, der seinerseits eine andere Bodenreformsiedlung in Quermathen bewirtschaftete und ein eigenes Haus gebaut hatte. Die Schwiegersöhne Willi Gerlach und Alfred Gröger, errichteten gemeinsam eine Scheune, die parallel der Landstraße - südlich vom Hof von Alfred Gröger - bis an die Dorfstraße (heute ‚Zum Schmiedeweg‘) reichte. In der vom Hof abgewandten Hälfte der Scheune wurde später der Schafstall der Gemeinde eingerichtet. Die nördlich gelegene Streuobstwiese, die im Rahmen der Erschliessung und Parzellierung erhalten und erweitert werden soll, wurde von Alfred Gröger gepflanzt.

 

Als Emma Weidner verstarb bewohnte ihr Mann, versorgt und betreut von der Familie Gröger, nur noch ein Zimmer in seiner Haushälfte. Die übrigen Räume wurden an die Handelsgenossenschaft KONSUM vermietet. Dieser Laden war viele Jahre nicht nur Einkaufsmöglichkeit, sondern auch beliebter Treffpunkt der Dorfbewohner.

 

Die Tochter von Irmgard und Willi Gerlach wohnt heute wieder in Quermathen, ihr verdanken wir diese Hinweise und Fotos.

Sie wurde 1954 im Haus ihrer Eltern geboren und wuchs in einer Gross-Familie mit Großeltern, Tante und Onkel und Cousin und Cousinen auf und erinnert eine liebevolle Kindheit. Die örtlichen Verhältnisse kennt sie sehr genau und verbindet mit dem Areal ‚Zur alten Streuobstwiese‘ viele schöne Kindheitserinnerungen.

 

Der älteste Sohn der Eheleute Ella und Alfred Gröger lebt ebenso im Havelland (Rathenow) wie auch die jüngste Tochter (Havelberg).

 

 

Die verstorbenen Familienmitglieder wurde alle auf Friedhof in Groß Behnitz beigesetzt. Die vorhandenen Gräber werden von den Angehörigen gepflegt. Die im Havelland lebenden Mitglieder der Familie haben regen und engen Kontakt und treffen sich regelmäßig, z.B. zu Geburtstagen und kürzlich zu einer diamantenen Hochzeit.